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UNSERE GESCHICHTE

Die Marianische Männerkongregation (MMC) Altötting blickt auf eine über 425-jährige Geschichte zurück – geprägt von gelebtem Glauben, marianischer Frömmigkeit und dem Engagement katholischer Männer für Kirche und Gesellschaft.

GRÜNDUNG im Jahre 1599

geistliche Betreuung durch die Jesuiten von 1599 bis 1773

Im Jahr 1591 kamen die ersten Jesuiten für die Wallfahrtshilfe nach Altötting. 8 Jahre später, am 25. März 1599 am Fest „Mariä Verkündigung“ gründeten diese zusammen mit 30 Männern die „Marianische Männerkongregation für Männer und Jünglinge“ unter dem Titel MARIÄ VERKÜNDIGUNG.

Ziel war es von Anfang an, Männer in Ihrem persönlichen Glauben zu stärken, ihnen ein geistliches Zuhause zu bieten und sie in der Nachfolge Christi – unter dem besonderen Schutz der Gottesmutter Maria – zu begleiten.
Schon bald schlossen sich Ihnen zahlreiche Gläubige aus ganz Bayern an. Erster Präses war Pater Jakob Berthold. Erster Präfekt wurde der Kanonikus und Hofmarkpfarrer von St. Philippus und Jakobus, Johann Ortwein. Die Kongregation folgte damals strengen Regeln geistlicher und sittlicher Lebensführung. Die Mitglieder (Sodalen) wurden Maria besonders geweiht. Die Jesuiten übten sowohl spirituelle Führung als auch organisatorische Kontrolle aus. Regelmäßige Versammlungen, Andachten und Prozessionen trugen dazu bei, dass sich die marianische Frömmigkeit weiterverbreitete. Geistliches Zentrum war ab dem Jahr 1696 der neu errichtete Kongregationssaal, der seither bis heute für Versammlungen, Gottesdienste und Andachten genutzt wird.

Im Jahre 1773 wurden der Jesuitenorden vom Papst aufgehoben. Damit war ihre Tätigkeit in Altötting zu Ende. Zusammengefasst lässt sich sagen: Die Zeit der Jesuiten hat die Marianische Männerkongregation sowohl von der marianischen Frömmigkeit, der religiösen Praxis und Ihrer Struktur von den Anfängen bis heute entscheidend und nachhaltig geprägt und zur maßgeblich zur Marienverehrung in Bayern und anderen Regionen des deutschen Sprachraums beigetragen.

„Malteser“ oder Johanniterorden von 1773 bis 1808

Nach der Auflösung des Jesuitenordens gab es eine kirchliche Neuordnung. Viele geistliche Einrichtungen gingen in bischöfliche Aufsicht über. Die Marianische Männerkongregation wurde in dieser Zeit nicht mehr „ordensgeführt“, sondern „bischöflich“ organisiert und dem diözesanen Klerus (Bistum Passau) unterstellt. Zwischen den Maltesern und der Männerkongregation gab es keine institutionelle Verbindung und es ist gibt auch keinen Nachweis einer Förderung der Kongregation oder Einflussnahme auf die Kongregation durch die Malteser oder. Es gab nur indirekte Berührungspunkt durch gemeinsame Nutzung kirchlicher Infrastruktur und gemeinsame Teilnahme am gleichen Wallfahrts- und Festleben. Also eher ein „nebeneinander im gleichen religiösen Raum“.

Niedergang durch die Säkularisation, Wendepunkt und Neuaufbau von 1802 bis 1841

Die Säkularisation 1802/1803 traf viele Kongregationen, so auch die Altöttinger hart. Klöster wurden aufgegeben, kirchliche Besitztümer wurden eingezogen und religiöse Vereine verloren ihre rechtliche Grundlage. Die MC bestand zwar weiterhin, hatte aber keine geistliche Leitung und die vormals organisatorische Kraft der Jesuiten fehlten. Das Kongregationsleben ruhte faktisch, blieb aber formal bestehen. Zu einem vollständigen Zusammenbruch kam es allerdings nicht, da der Wallfahrtsort weiterhin stark besucht war und die marianische Tradition seit 1599 tief verwurzelt war. Ein Wendepunkt war sicherlich das Jahr 1814, als der Jesuitenorden wieder zugelassen wurde. Die Jesuiten kehrten zwar nicht sofort nach Altötting zurück, aber ihre Spiritualität und ihre Organisationsform war wieder erlaubt. Erste Neuaufnahmen und Reorganisationen setzten ein. Ab dem Jahr 1825 gab es dann wieder erste Treffen (Konvente) und die Zahl der Mitglieder wuchs bis zum Jahr 1841 wieder moderat auf ca. 150 bis 200 an.

Neuaufbau durch die Redemptoristen in Altötting von 1841 bis 1871 (starker Aufschwung)

Ein Wendepunkt für die Männerkongregation war das Jahr 1841. Damals übergab König Ludwig I. die Betreuung der Altöttinger Wallfahrt den Redemptoristen. Diese brachten eine starke marianische Frömmigkeit mit, förderten die Beichte und waren in der Volksmission tätig. Für die Männerkongregation gab es somit wieder eine verlässliche geistliche Leitung. Es wurden nun wieder regelmäßige Treffen abgehalten und die MC wurde zu einer sichtbaren, lebendigen Gemeinschaft. Es wurden monatliche Konvente, marianische Predigten und Exerzitien angeboten. Die Redemptoristen in Altötting legten großen Wert auf die Marienverehrung und eucharistische Frömmigkeit. Das entsprach genau dem Profil der MC.  In den Jahren bis 1860 stieg die Zahl der Sodalen auf ca. 800 an. Die Kongregation wurde stärker in die Wallfahrt eingebunden und zu dieser Zeit wurden auch erste Kontakte zu anderen Kongregationen geknüpft.

Die Redemptoristen waren hervorragende Prediger und Seelsorger – das zog Männer an. Ab den 1860-er Jahren wurde Altötting einem Zentrum der Männerwallfahrten, der marianischen Erneuerung und der Volksmission. Die Kongregation hatte um 1870 ca. 1500 Mitglieder. Im Zuge des Kulturkampfes zwischen dem deutschen Staat und der katholischen Kirche in den 1870er-Jahren wurden besonders Rom-treue Orden verboten. Die Redemptoristen, welche besonders papsttreu, stark missionarisch, politisch konservativ und einflussreich in der Volksfrömmigkeit waren, mussten Altötting im Jahr 1873 nach nur 32 Jahren abrupt verlassen. Für die MC bedeutete dies, dass sie wieder mal ohne geistige Führung und Organisation dastand.

1873 übernehmen die Kapuziner die Sorge für die Marianische Männerkongregation

Ein Jahr nachdem die Redemptoristen Altötting verlassen mussten, kamen die Kapuziner nach Altötting.
Ihre ersten Jahre waren geprägt von Stabilisierung und Neuorganisation. In diese Zeit vielen u.a. regelmäßige Monatskonvente und Exerzitien. Durch katholische Milieubildung im Kulturkampf, starke Kapuzinerprediger und die Gründung vieler Ortsgruppen im Umland kam es im Zeitraum von 1880 bis 1900 zur stärksten Wachstumsphase der MC überhaupt. Für das Jahr 1900 sind zwischen 4000 und 5000 Mitglieder belegt. Auch in den folgenden Jahren stieg die Zahl der Sodalen stetig und erreichte mit Beginn des Ersten Weltkriegs mit knapp 6000 Sodalen ihren vorläufigen Höhepunkt. 4 Jahre Krieg haben auch bei der Marianischen Männerkongregation Spuren hinterlassen. Da Treffen ausfallen musste und viele Mitglieder an der Front waren oder gefallen sind, sank die Gesamtzahl auf unter 5000 Sodalen. In der Zwischenkriegszeit erholten sich die Mitgliederzahlen und stiegen auf fast 7000 an.

Während der NS-Zeit und dem zweiten Weltkrieg waren Aktivitäten kirchlicher Vereine und katholischer Laiengemeinschaften sehr eingeschränkt. Es gab einen sehr starken Rückgang der Mitgliederzahlen.

Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs waren es die Kapuziner, welche dazu beigetragen haben, dass die Kongregation wiedererstarken konnte. Es gab es eine längere Phase der religiösen Erneuerung, Dankwallfahrten, Rückkehrerfeiern usw. Alleine im Jahr 1953 traten über 1000 Sodalen der Kongregation bei. Ab den 60er-Jahren bis in die 80-er Jahre gab es durch das Vatikanische Konzil und einem gesellschaftlichen Wandel viele Herausforderungen für die Marianische Männerkongregation. Die Kapuziner begleiteten die MC durch diese wechselhafte Zeit und hielt sie lebendig. In den Folgejahren wurde die MC wieder kleiner, konnte sich aber profilieren. Durch Themenpredigten, Beichttage, geistliche Begleitung der Ortsgruppen im gesamten Kongregationsgebiet wurde eine Bewahrung der marianischen Tradition erreicht und die MC konnte bis heute verlässliche geistliche Heimat für viele Männer bleiben.
Seit nunmehr über 150 Jahren wirken die Kapuziner für die MC und haben diese spirituell erneuert, marianisch geprägt und durch Krisen geführt in die Gegenwart geführt.